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Kapitel 3
In Stormreach ist ein Geheimnis mehr wert als Gold und tödlicher noch als ein Schwert.
Spike fand Link in einer dunklen Ecke des Leaky Dinghy während er mit einem Zwergenhändler sprach. Freude floss durch Spike als er auf die beiden zu stürmte die brennende Begeisterung die nur während eines Kampfes kam. Ein schneller Schlag mit der offenen Hand lies den Zwerg taumelnd zu Boden gehen. Seine rechte Hand hatte sich um Links Kehle geschlossen. Spike hob sein Opfer aus dem Stuhl vor sich in die Luft.
"Hallo, Link" sagte Spike. "Meine kleine Prinzessin würde gerne ein Wörtchen mit dir reden".
Ein Mensch würde nun nach Luft schnappend auf Spikes Finger einschlagen. Link brauchte aber nicht zu atmen. Er war auch ein Kriegsgeschmiedeter, genau wie Spike ... während allerdings Spike ein Krieger gebaut für Kraft und Stabilität war, so war Link ein Kundschafter, kaum größer als Shadow. Der Kundschafter kannte seine Grenzen und er versuchte nicht sich zu wehren. Wie ein Kätzchen am Genick gepackt von seiner Mutter, so wurde er schlaff in Spikes Griff.
Die Kriegsgeschmiedeten wussten wann es angebracht war zu kämpfen und sich zu ergeben ... andere jedoch waren nicht so weise. Der Zwerg der Geschäfte mit Link gemacht hatte, sprang auf die Beine und wollte nach dem Messer in seinem Gürtel greifen.
Spike rammte den Kopf von Link in das Gesicht des Zwergen.
Der Kriegsgeschmiedeten Kundschafter war geformt aus Mithral, Stahl und Holz. Spike hätte seinen Gegner auch mit einem Barren aus Schlag schlagen können. Der Händler brach zusammen, Blut floss aus seiner Nase und seiner geplatzten Lippe. Spike kniete und nahm den Dolch, den der Zwerg fallen gelassen hatte, auf. Spike studierte die Zwergenklinge, beneidete ihre Gewichtung und ihr Aussehen. Dann erinnerte er sich an den Kundschafter der in seiner Hand hing. Er tippte mit der Spitze der Klinge auf Links Stirn und zog einen Kreis. Spikes Gesicht war eine Metall Maske und er konnte nicht lächeln. Stattdessen verstärkte er den Griff um Links Kehle um den Sieg zu feiern und freute sich auf die Kämpfe die vor ihm lagen.
Spike setzte Link in den Stuhl gegenüber von Shadow. Ihre Lehrer hatten nicht viel Zeit mit Geschichtsunterricht verbracht, aber sie hatten sie gelehrt ungewöhnliche Details zu erkennen und so bemerkte sie das Blut, das auf der Stirn des kleinen Kundschafters verschmiert war. Inzwischen war sie sich über den Hang ihres Beschützers zur Gewalt bewusst geworden und da Link selber intakt schien, entschied sie sich die Sache ruhen zu lassen. Solange er seine Aufgaben erledigt, soll er ruhig seinen Spaß haben.
"Link!" sagte sie fröhlich. "Wie nett von euch, dass ihr mal vorbei schaut".
"Worum gehts hier, Shadow?"
"Das würde ich auch gerne wissen du Türstopper. Kielratten. Du sagtest ich wäre vielleicht daran interessiert herauszufinden was sie vorhaben. Als ich das tat, bekam ich für all die Mühen ein paar Armbrustbolzen und eine unwiderstehliche Gelegenheit Blut zu verlieren"
"Warum habt ihr mit ihnen geredet?" Die Stimme des Kundschafters war flach, wie das rumpeln eines Mühlensteins, aber Shadow bemerkte das er überrascht war.
"Gut, ich verstehe. Das war also nicht Teil eures Plans. Warum habt ihr mir nicht einfach gesagt was mich erwartet, Link?"
"Die Kielratten sind Teil der Quickfoot Gang und durch die haben sie ein Verbindung zu eurer Familie. Das war zumindest einmal so. Nachdem was ich so gehört hab, haben sie einen neuen Meister. Ich weiß nicht für wen sie arbeiten, aber was ich gehört habe macht mir Sorgen. I ging davon aus, dass ihr ihre Aktivitäten studiert und herausfindet das ihr betrogen wurdet um dann eure Möglichkeiten zu nutzen sie zu zerschlagen."
"Und warum habt ihr mir das nicht von Anfang an gesagt?"
Link hielt nur für einen Moment inne, aber es war lang genug: Shadow konnte die Gedankenräder drehen hören. Sie tippte sich mit dem Finger gegen die Schläfe. Spike imitierte die Geste, nur er nahm seine Faust und hieb sie gegen die Schläfe von Link. Der metallische Klang durchdrang den Raum; hätte Spike den Kundschafter nicht bei seiner Kehle gepackt wäre er durch die Wucht des Schlags durch den Raum gestolpert. So aber hinterließ der Schlag eine Delle in der Seite von Links Kopf. Ein paar der anderen Kunden blickten von ihren Tischen herüber, die Anwesenheit des Kriegsgeschmiedeten jedoch war Grund genug für niemanden sich einzumischen.
"Lasst mich raten," sagte Shadow. "Ihr habt eure eigenen Gründe die Hafenratten zerschlagen zu wollen und ihr wolltet mich dazu bringen die dreckige Arbeit für euch zu erledigen."
Link nickte, wobei die Bewegung etwas unkoordiniert war.
"Gut, warum erzählt ihr mir nicht einfach worum es hier überhaupt geht"
"Ich kann nicht."
Spike holte aus für einen weiteren Schlag, aber Shadow erhob ihren Finger und er hielt sich zurück.
"Zerleg mich wenn ihr wollt, Shadow. Dieses Geheimnis darf ich nicht verraten und glaub wenn ich euch sage ihr seit besser dran ohne dieses Wissen. Es gibt jemanden dessen Interessen mit denen eures Clans kollidieren. Aber ihr würdet euren Leuten helfen wenn ihr diese Ratten stoppst. Musst ihr wirklich mehr wissen?"
"Ihr habt versucht mich zu benutzen, Link" sagte Shadow empört. Sie rieb ihre Fingerkuppen aneinander und überlegte ober er einen weiteren Schlag verdient hatte. Ihr Vater hätte den Kundschafter in seine Einzelteile zerlegen lassen für seine Dreistigkeit. Aber er lebte in Shar und in Stormreach war ein Gefallen sehr viel mehr wert als Rache. "Ihr habt recht. Es ist in unser Beider Interesse. Aber wenn ihr wollt, dass für euch eine Aufgabe erledige, so sagt es mir vorher und bietet mir Gold an. Meine Freundin und ich werden diese Situation für euch bereinigen. Aber wenn ich damit fertig bin, dann werden wir ein kleines Gespräch über euch und euren mysteriösen Wohltäter führen und darüber was ihr mir schuldet. Haben wir eine Übereinkunft?"
Link nickte.
"Das war alles?" fragte Spike dessen Hand noch immer um die Kehle von Link geschnürt war.
"Das wars", sagte Shadow während sie von ihrem Stuhle rutschte. "Du wirst deine Dosis Kampf heute Nacht noch bekommen."
"Unwahrscheinlich", seufzte Spike aber er lies den Kundschafter los.
Link sah dem Halbling und ihrem Beschützer nach als sie die Taverne verließen. Mit einer Hand rieb er sich die gedellte Stelle an seinem Kopf, wäre er menschlich hätte er gelächelt.
Stormreach war eine Trümmerstadt. In ferner Vergangenheit war Xen'drik ein Land der Riesen gewesen und verfallene Wälle und Grundmauern waren ein Hinweis auf die Wunder des verlorenen Zeitalters. Über die Jahrhunderte war die Stadt Heim für Piraten, Händler, Krieger und Abenteurer gewesen, jeder hatte sich sein Heim unter den zerschlagenen Überbleibseln der Vergangenheit errichtet.
Es gab keine Überlieferungen wie alt die graue Lagerhalle sein könnte, aber Risse und dunkle Krater im Granit zeugten davon das sie Kampf und Feuer gesehen hatte. Vielleicht war es einst ein Piratenunterschlupf oder die Festung eines der frühen Münzherren. Wie auch immer, das ist Geschichte, heutzutage ist es die Heimat der Kielratten.
Spike und Marcus schauten aus den Schatten einer Seitengasse zu. Spike hatte seine Doppelaxt in der Hand und sein Herzstein pulsierte, seine Begeisterung auf den bevorstehenden Kampf wieder spiegelnd, voll Licht. Auch wenn sie Verbündete waren, so fühlte Marcus dennoch eine leichte Unsicherheit während er neben dem Kriegsgeschmiedeten stand. Spikes Gesicht war emotionslos, unmenschlich maskiert, aber Marcus wusste um den Blutdurst der hinter ihr schlummerte. Er wusste, dieses mal kämpften sie für eine gute Sache, nicht einfach nur für Gold und Schätze. Spike jedoch kämpfte nicht für Ehre. Er wollte nicht das böse bekämpfen. Er liebte es einfach nur zu kämpfen. Manchmal dachte Marcus, dass der Kriegsgeschmiedete nur dann glücklich ist wenn er mit Blut bedeckt ist. In den Debatten bei Thronehold waren die Theologen zu dem Schluss gekommen, dass die Kriegsgeschmiedeten Seelen haben. Es gab jedoch Kardinäle der Silbernen Flamme, die diesen Beschluss für falsch hielten und je mehr Zeit er mit Spike verbrachte umso mehr begann Marcus daran zu glauben, dass sie vielleicht recht haben.
"Ich habe unsere Eingang gefunden"
Marcus hatte Shadow sich nicht nähern sehen, aber das war nicht wirklich eine Überraschung. Der Halbling hatte seinen Spitznamen wirklich verdient. Shadow hatte Marcus nach Stormreach gebracht. Die Hierophant hatte ihm befohlen diese junge Frau zu beschützen, nur mit dem Hinweis, dass ihr Schicksal von großen Interesse für die Hierophant und die Kirche selbst sei. Marcus hatte schnell begriffen das Shadows Familie ... zwielichtig war und das war noch vorsichtig ausgedrückt. Manchmal vermutete er, dass die Hierophant selbst nur irgend ein politisches Spielchen trieb. Er hatte Gerüchte gehört von Korruption in der Kirche und ab und zu wunderte er sich ob er nicht nur ein Bauer in einem größeren Spiel war.
Aber Shadow ... wie auch immer ihre Herkunft oder ihre Erziehung war, Marcus sah Potential in ihr. Sie war auf der Suche nach Abenteuer, für Geld und Möglichkeiten aber Marcus konnte das glühen der Silbernen Flamme in ihr spüren. Sie war nicht böse. Und vielleicht, mit der Zeit und seiner Führung konnte sie sogar zu einer wahren Dienerin des Lichts werden.
Sicher war das der Grund warum die Hierophant Marcus nach Sharn geschickt hatte ... das und um diese widerlichen, verfluchten Ratten zur Strecke zu bringen.
"Marcus? Hörst du mich?", Shadows Stimme holte ihn aus den Gedanken zurück.
"Ja ... natürlich", flüsterte er. "Verzeih. Was konntest du herausfinden?"
"Der Haupteingang den ich vorher benutzt habe ist sehr gut bewacht. Aber ich habe einen anderen Weg nach drinnen gefunden. Ich weiß du denkst diese Leute sind Monster, aber das hier muss kein Massaker sein. Wir wissen noch nicht einmal ob alle dieser Leute mit deinem ... Ratten-fluch infiziert sind. Ich will Informationen. Wir gehen rein, finden heraus was los ist, dann sehen wir ob ein Kampf notwendig ist. Einverstanden?"
"Vielleicht sollte ich das Haupttor stürmen", schlug Spike hoffnungsvoll vor. "Es wäre eine brauchbare Ablenkung."
"Ich will keinen Kampf, Spike", sagte Shadow. "Ich brauche dich bei mir".
Die Augen des Kriegsgeschmiedeten verdunkelten sich, aber er nickte mit dem Kopf. "Nun gut," brummelte er.
"Ist Petra auch hier?" fragte Shadow sich umblickend.
"Aber natürlich," sagte die Hexenmeisterin deren Stimme irgendwo aus dem Nichts kam.
Von seinen vier Begleitern war Petra diejenige, die Marcus am meisten Sorgen bereitete. Spike war blutrünstig, aber er war grundsätzlich von seinem Wunsch getrieben Shadow zu beschützen und die kleine Halbling hatte bewiesen, dass sie ihn unter Kontrolle halten konnte. Petra war ein Rätsel. Sie hatte die drei gefunden kurz nachdem sie in Stormreach angekommen waren. Sie wusste exakt wo sie zu finden waren, wie ihre Namen lauteten und durch ihre angedeuteten Aussagen machte sie klar, dass sie noch weit mehr über jeden einzelnen von ihnen wusste. Mit ihren magischen Fähigkeiten der Unsichtbarkeit, konnte sie immer, zu jeder Zeit überall auftauchen. Zusätzlich wusste Marcus bis heute nicht, warum Petra überhaupt mit ihnen arbeitete. Die Hexenmeisterin sagte sie brauche Gold und ihre magischen Kräfte und ihr Wissen hatten sich als unschätzbar für die Gruppe erwiesen. Aber Marcus war sich sicher, dass sie ihre eigenen Pläne hatte ... Geheimnisse, die sich als noch böser erweisen könnten als je einer von ihnen geahnt hätte.
In dem Moment als er über seine Befürchtungen nachdachte, wurde Petra sichtbar. Ihr Unsichtbarkeitszauber hatte sich aufgelöst als sie einen anderen Schutzzauber auf sich legte. Es war ein flackern einer Energetischen-ectoplasmischen Rüstung, ein Schild das sie jedesmal zauberte bevor sie in den Kampf ging. "Geht ihr voraus, Lady Shadow", sagte Petra.
"Leise, bis ich das Zeichen gebe," flüsterte Shadow. "Marcus mach dich bereit"
Er nickte.
Shadow führte sie weg von der Lagerhalle tiefer in die Gasse. Sie bahnten sich ihren Weg durch ein Labyrinth von sich windenden kleinen Passagen, durch kleine Mietwohnungsviertel und verfallene Warenhäuser. Schon bald konnte Marcus die Geräusche der Brandung und des Hafens vernehmen. Eine Minute später erreichten sie eine Sackgasse, die an einer grauen Steinmauer endete. Marcus dachte Shadow hätte sich verlaufen ... als er den Körper sah. Ein magerer, mit Pockennarben übersäter Mann, lag zusammengefaltet in einer Ecke der Gasse. Mit nur einem Blick hätte er ausgesehen als würde er schlafen, ein zweiter Blick jedoch offenbarte eine Blutlache unter ihm ... und die Lücke wo ein Pfeil ihm die Kehle rausgeschossen hatte.
Shadows Werk.
Der Mann war im selben schwarzen Leder gekleidet wie die vier anderen, die sie in der frühen Nacht angegriffen hatten und er hatte immer noch einen Knüppel in einer Hand. Eine Wache, wahrscheinlich. Nur was hatte er bewacht?
Shadow hob einen Finger um für Ruhe zu sorgen. Sie schlich zur grauen Wand hinüber, und rief Spike zu sich mit einer scharfen Geste. Er nahm seine Position hinter ihr ein während sie ein paar Kristallstahlstangen aus einem Beutel zog. Mit einer Stange in jeder Hand zog sie Wege vor der Wand und als sie fertig war leuchteten die Umrisse eines Eingangs auf der Wand auf. Es gab kein Zeichen eines Knaufs und Shadow machte weiter ihre Bewegungen. Ein fernes klicken und die Tür öffnete sich einen Spalt.
Shadow erlaubte sich zu lächeln als die Stäbe wieder in ihren Beutel packte. Den anderen den Rücken zudrehend erhob sie ihre Hand in einer bekannten Geste langsam. Vorsicht. Marcus nickte. Sein Morgenstern war ein bequemes Gewicht in seiner Hand und sein Schild hielt er vor sich hin.
Shadow berührte die Tür mit nur einem Finger und zog sie langsam auf.
Spike stürmte vor.
Marcus sah nicht mehr was Spike angreifen wollte. Die Tür war offen und der Kriegsgeschmiedete sprang vorwärts
Und eine Flammengischt erfüllte brennend über ihm in einer Welle voll schrecklicher Hitze den Durchgang.
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